Spas und Heilpraktiker schwören auf die positiven Effekte der Ayurveda. Die älteste ganzheitliche Heilkunst der Menschheit ist mehr als nur ein exotisches Zauberwort und längst in der Gesellschaft angekommen. Für traditionelle Ayurveda-Rituale brauchst Du nicht extra in ferne Länder reisen. Die sanften Rituale der Ayurveda kannst Du ganz einfach in Deinen Alltag integrieren. Im nachfolgenden Artikel erfährst Du wie.

Mit Ayurveda entschleunigen

Stress stellt kein Phänomen der Neuzeit dar, sondern dürfte bereits vor vielen tausend Jahren in Indien verbreitet gewesen sein. Für die Heillehre der Ayurveda ist Hektik Hauptquelle vieler Krankheiten. Die etwa 3000 Jahre alte Alternativmedizin lässt sich nicht umsonst mit Wissen vom Leben, Lebenswissenschaft oder Lebensweisheit übersetzen. Das Ziel der Ayurveda ist die allumfassende Gesundheit des Menschen und das in physischer, emotionaler, mentaler und spiritueller Hinsicht. Ernsthafte Erkrankungen sollen vermieden werden, indem der Auslöser der Beschwerde gefunden und der Boden für einen Ausbruch entzogen wird. Die indische Heilkunst sorgt mit seinen Ritualen beispielsweise für einen entspannten Morgen und bringt Dich stressfrei durch den Tag.

Der Tagesablauf nach Ayurveda

Der ayurvedische Tagesplan kann die Lebensqualität deutlich verbessern und das gesamte Potenzial aus dem Organismus holen. Die holistische Lebensweise soll dabei nicht nur den Tagesablauf bewusster strukturieren, sondern auch die Lebenszeit verlängern. Mit einem planvollen und bewussten Alltag kehrt schnell Gelassenheit und innere Ruhe ein. Falls dann doch Stress aufkommt, lässt sich dieser positiv als Antriebskraft nutzen. Darüber hinaus pusht der ayurvedische Tagesplan den gesamten Stoffwechsel.

Die 3 Doshas: Vata, Kapha, Pitta

Der Ursprung alles Seins liegt laut des Ayurveda in den 5 Elementen Äther, Erde, Feuer, Luft und Wasser. Gesundheit und Krankheit hängen vom Gleichgewicht des Ganzen und seiner Bestandteile ab. Kurz gesagt: die Doshas sorgen dafür, dass alles in Deinem Körper rund läuft. So findet die Natur ihren Ausdruck in den 5 Elementen:

 

Vata (Äther, Luft)

  • Vata (Äther, Luft): Das Bewegungsprinzip reguliert die bewussten und unbewussten Bewegungen des Körpers. Vata sorgt für die Regulation von Kreislauf, Körperbau und Gewebe.

Pitta (Wasser, Feuer)

  • Pitta (Wasser, Feuer): Das Feuer- oder Stoffwechselprinzip spielt eine große Rolle für die Verdauung und andere biochemische Aktionen.

Kapha (Wasser, Erde)

  • Kapha (Wasser, Erde): Das Strukturprinzip garantiert das Zusammenhalten sowie die geistige und körperliche Stärke des Körpers. Zudem stabilisiert Kapha das Immunsystem.

 

Der Schlüssel zu einem wesentlich entspannteren Alltag liegt in Vata, Kapha und Pitta begründet. Sie bezeichnen die natürlich wechselnden Phasen des Tagesablaufs.

 

So funktioniert der ayurvedische Tagesplan

Laut der ayurvedischen Heilkunst unterteilt sich der Tag in die verschiedenen Zeitintervalle der Vata, Kapha und Pitta, die sich wiederum alle vier Stunden ablösen. Doch keine Sorge: Lässt sich der ayurvedische Tagesablauf aufgrund von sozialen und beruflichen Pflichten nicht 100-prozentig im Alltag umsetzen, ist das kein Drama. Versuche einfach, so viel wie möglich des Plans anzuwenden.

 

2 bis 6 Uhr: Vata

Unser Schlaf wird zwischen 4 und 5 Uhr am Morgen leichter. In dieser Zeitperiode aktivieren sich langsam alle dynamischen Prozesse im Körper. Direkt nach dem Aufwachen kannst Du mit Meditation Körper und Geist auf den kommenden Alltag vorbereiten. Dafür setzt Du Dich für einige Minuten auf eine Yogamatte oder einen bequemen Stuhl und fokussierst Deine Aufmerksamkeit ganz auf Deine Atmung.

6 bis 10 Uhr: Kapha

Nach 6 Uhr fällt den meisten Menschen das Aufstehen besonders schwer. Kapha wird in der ayurvedischen Lehre schließlich nicht umsonst "der stille Genießer" genannt. In dieser Phase steht die Hygiene im Fokus. Ein Glas lauwarmes Wasser regt die Verdauung an und reinigt Körper und Geist. Wenige Minuten Yoga und Meditation am Morgen verschaffen Dir Gelassenheit und Kraft und bereiten Dich ideal auf Deine kommenden Aufgaben vor. Zudem solltest Du nach Ayurveda mindestens einmal pro Woche eine Selbstmassage einplanen. Dafür mit im Wasserbad leicht erwärmten Massageöl den ganzen Körper massieren. Das Öl kannst Du nach der Massage noch für wenige Minuten einziehen lassen. Die Selbstmassage fördert die Blutzirkulation, dass sich wohltuend auf Körper und Geist auswirkt und nebenbei Dein Hautbild verbessert.

Die beste Zeit für das Frühstück liegt nach Ayurveda zwischen 7 und 9 Uhr am Morgen. Die Ayurveda empfiehlt ein warmes, Magen schonendes Frühstück. Ein aufgewärmtes Porridge mit frischen Früchten eignet sich dafür am besten. Müsli mit kalter Milch solltest Du laut der Ayurveda-Lehre besser meiden.

10 bis 14 Uhr: Pitta

Wichtige Entscheidungen triffst Du am besten in der Pitta-Periode. Im Pitta-Element sind das Feuer- und Wasserelement miteinander vereint. Es steht in der Ayurveda für den "Hitzkopf". Der Körper bekommt in dieser Zeitspanne sehr viel Energie. Die Verdauung läuft nun mit voller Kraft. Gegen 12 Uhr können wir deswegen wieder etwas zu uns nehmen. Um den Körper mit genügend Energie für die restlichen Stunden zu versorgen, sollte das Mittagsessen aus viel Eiweiß und einer guten Portion Gemüse bestehen. Tipp: Gewürze verwenden! Typisch indische Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Fenchel fördern die Verdauung aus und wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Gegen 13 Uhr ist es Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf. 15 Minuten Pause reichen bereits aus, um für den restlichen Tag gewappnet zu sein. Länger sollte der Mittagsschlaf auch nicht sein, sonst fühlst Du Dich müder als zuvor.

14 bis 18 Uhr: Vata

Nachmittags startet die zweite Vata-Periode. Jetzt fährt das Energielevel des Körpers langsam herunter und die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Diese Zeit nutzt Du am besten für Routinearbeiten, über die Du Dir wenige Gedanken hinsichtlich des Ablaufs machen musst. Wenn Du Appetit bekommst, kannst Du nun auf ein paar Trockenfrüchte oder Nüsse zurückgreifen. Ganze Mahlzeiten solltest Du allerdings meiden, denn die führen während dieser Zeit eher zu Verdauungsstörungen.

18 bis 22 Uhr: Kapha

Der Sonnenuntergang läutet die zweite Kapha-Periode ein. Laut Ayurveda solltest Du Dein letztes Essen zwischen 17.30 und 19.30 Uhr zu Dir nehmen. Wähle für Dein Abendessen am besten leicht verdauliche Lebensmittel, da der Stoffwechsel am Abend seinen Tiefpunkt erreicht. Salate und Rohkost aller Art sind jetzt nicht die richtige Wahl. Greife am Abend besser auf gedünstetes Gemüse mit Fisch oder auf eine warme Suppe zurück. Ab 20 Uhr widmest Du Dich ganz der Entspannung und lässt die angesammelte Energie des Tages los. Ein Gespräch mit den Liebsten oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft verschafft Dir einen klaren Kopf.

22 bis 2 Uhr: Pitta

Und schon läutet die Pitta-Phase ein. Im Gegensatz zur produktiven Mittagszeit kommt nun die Schlafphase. Laute Musik oder Fernsehen solltest Du vor dem Schlafengehen besser vermeiden. Der menschliche Körper ist nämlich durchaus in der Lage, sich an die Signale unseres Verhaltens anzupassen. Versuche es also lieber mit einem guten Buch, um Dich langsam auf die kommende Ruhephase einzurichten.

Sicher lässt sich nicht jede Zeitphase der Doshas in Deinen Tagesablauf integrieren. Schon kleine Änderungen können jedoch echte Wunder bewirken und Deinen Geist und Deinen Körper positiv beeinflussen. Warum probierst Du es nicht einfach aus?